ADS / ADHSAufmerksamkeitsdefizit(-Hyperaktivitäts)störung
Medizinische Bezeichnung für ein situationsübergreifendes Muster von Auffälligkeiten in drei Bereichen:
- Unaufmerksamkeit – eingeschränkte Konzentration, erhöhte Ablenkbarkeit
- Hyperaktivität – allgemeine motorische Unruhe
- Impulsivität – mangelnde Impulskontrolle
Etwa 5 % der Kinder und Jugendlichen sind betroffen. Die Diagnose kann ab etwa 6 Jahren gestellt werden; erste Ansprechpartner sind Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Kinder- und Jugendmedizin. Nicht jedes Kind mit Schulproblemen hat ADHS.
AnamneseDie Vorgeschichte
Die Lebens- und Lerngeschichte des Kindes. Sie wird im persönlichen Gespräch mit den Eltern erhoben.
Integrative LerntherapieHilfe zur Selbsthilfe
Lern- und Leistungsstörungen haben nie nur eine Ursache: Pädagogische, psychologische, soziale und medizinische Einflüsse wirken zusammen. Die Integrative Lerntherapie verbindet deshalb Elemente aus mehreren Fachrichtungen (z. B. Gesprächstherapie, Motivationspsychologie, Verhaltenstherapie) mit bewährten Trainingsprogrammen.
Lerntherapie ist keine Psychotherapie und keine Dauer-Nachhilfe. Ziel ist, dass das Kind in absehbarer Zeit wieder selbstständig lernt.
KlassifikationsschemaICD und DSM
Diagnosen werden nach international anerkannten Klassifikationssystemen gestellt: der ICD der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem DSM. Dort sind Symptome, Diagnostik, Häufigkeit und Verlauf einzelner Störungen beschrieben – auch der Lese-Rechtschreibstörung und der isolierten Rechtschreibstörung.
Seit 2022 gilt international die ICD-11; in Deutschland wird für Diagnosen derzeit weiterhin die ICD-10-GM verwendet, herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
LRSLese-Rechtschreibschwierigkeiten, -schwäche, -störung
Sammelbegriff für Probleme beim Erwerb der Schriftsprache. Welche Bezeichnung verwendet wird, hängt oft eher von der Fachdisziplin als vom Störungsbild ab. In den Schulerlassen steht LRS für „Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten“; im Alltag wird das Kürzel meist für alle genannten Begriffe benutzt.
Legasthenielat. legere = lesen, gr. astheneia = Schwäche
Der Begriff wurde 1928 vom Neurologen Paul Ranschburg geprägt; international spricht man von dyslexia. Legasthenie ist eine entwicklungsbedingte Teilleistungsstörung: Funktionen wie Merkfähigkeit, Gedächtnis oder Wahrnehmungsverarbeitung sind beeinträchtigt – bei normaler oder sogar überdurchschnittlicher Intelligenz.